Gesundheitsinformationen für Südafrika: Impfungen, Malaria und vieles mehr

Impfschutz, Malariaprophylaxe und die Reiseapotheke zählen sicherlich nicht zu den spannendsten Punkten der Reiseplanung, sind dafür aber besonders wichtig. Denn Südafrika ist nicht nur für seine atemberaubende Landschaft und reiche Kultur bekannt, sondern regional auch als Malaria-Risikogebiet oder als das Land mit den höchsten HI-Virus Infektionen auf dem afrikanischen Kontinent.

In diesem Artikel widmen wir uns deshalb den wichtigen Aspekten der Gesundheitsvorsorge für Südafrika. Hier erfährst du unter anderem,

  • wie die medizinische Versorgung im Land ist,
  • welche Impfungen für Südafrika nötig sind oder empfohlen werden,
  • wo Malaria droht und wie du dich davor schützen kannst,
  • wie weit verbreitet das HI-Virus ist und
  • welche Medikamente in die Reiseapotheke gehören.
Impfbuch gemäß Weltgesundheitsorganisation
Internationale Bescheinigung über Impfungen
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INHALT DIESES ARTIKELS

Das Wichtigste in Kürze

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung mit Kliniken und Ärzten ist in Teilen Südafrikas auf westeuropäischem Niveau. Das gilt vor allem für die Großstädte. Aber auch in etwas abgelegenen, jedoch touristischen Gebieten ist eine gute Versorgung sichergestellt. Abseits der Metropolen und touristischen Hotspots ist die Versorgung meist schlechter.

Wie in vielen anderen Ländern auch, gibt es allerdings ein Gefälle zwischen staatlichen und privaten Krankenhäusern. Wir empfehlen daher, wann immer möglich und nötig eine private Klinik aufzusuchen. Benötigst du vor Ort Unterstützung bei der Suche nach einem Arzt oder einem Krankenhaus, frage zunächst in deiner Unterkunft. Dort kann man dir bestimmt weiterhelfen.

Wir empfehlen dringend, vor deiner Reise eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Andernfalls läufst du Gefahr, im Falle einer nötigen ambulanten oder stationären Behandlung auf den Kosten sitzen zu bleiben. Und die Kosten für eine Auslandskrankenversicherung sind auch gar nicht hoch, sie starten schon bei rund 10 Euro pro Person und Jahr.

Impfungen

Bei einer direkten Einreise aus Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht keine Impfpflicht. Reist du allerdings aus einem Gelbfiebergebiet ein oder hast dich dort kürzlich aufgehalten, ist eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben. Die Gelbfieberimpfpflicht besteht auch, wenn du bei deiner Flugreise einen Zwischenstopp von mehr als 12 Stunden in einem Gelbfiebergebiet hattest. Es geht dabei nicht um die geplante Aufenthaltsdauer, sondern um die tatsächliche. Hat dein Flug also Verspätung und du verbringst ungeplant mehr als 12 Stunden zum Beispiel in Addis Abeba, musst du in Südafrika eine Gelbfieberimpfung nachweisen.

Unabhängig von Impfpflichten empfiehlt das Auswärtige Amt auf einen aktuellen Impfschutz gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts zu achten. Hier kannst du die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des RKI einsehen.

Als Reiseimpfungen für Südafrika empfiehlt das Auswärtige Amt außerdem einen Schutz gegen Hepatitis A sowie bei längeren Aufenthalten auch gegen Hepatitis B und Tollwut.

Wir raten dazu, spätestens einen Monat vor Reisebeginn einen Termin bei deinem Hausarzt oder einem Tropenmediziner wahrzunehmen, um mit ihm über deinen Impfschutz und die nötigen Impfungen für deine Reise zu sprechen.

Malaria

Malaria ist eine Infektionskrankheit, die durch den Stich einer infizierten weiblichen Anopheles-Mücke übertragen wird. Es gibt mehrere Arten von Malaria. Die gefährlichste Form ist die Malaria tropica. Sie ist in Südafrika für über 99 Prozent der Infektionen verantwortlich.

Weltweit infizieren sich jährlich etwa 200 Millionen Menschen mit der Krankheit. Circa 600.000 Menschen sterben jedes Jahr daran, etwa 75 Prozent davon sind Kinder bis zum 5. Lebensjahr. In Deutschland treten jährlich eine mittlere dreistellige Anzahl an importierten Fällen auf. Die meisten importierten Infektionen gehen auf Aufenthalte im westlichen Afrika und Kenia zurück.

Die Symptome von Malaria variieren, aber typischerweise treten Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit oder Erbrechen auf. Vielfach wird die Erkrankung daher als Erkältung oder Magen-Darm-Infekt abgetan. In besonders schweren Fällen kann Malaria zu Organversagen, Bewusstseinsstörungen und dem Tod führen. Das gilt vor allem für Kinder und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Leidest du also während oder nach einem Aufenthalt in einem Malaria-Gebiet an den vorgenannten Symptomen, solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen und ihm mitteilen, dass du im Risikogebiet warst.

Hier tritt Malaria in Südafrika auf

Malaria tritt lediglich in einigen Teilen Südafrikas auf. Das größte Risiko weist der Nordosten des Landes mit den östlichen Gebieten in den Regionen Limpopo und Mpumalanga auf. Dazu zählt auch der bei Touristen besonders beliebte Krüger Nationalpark. In diesen Regionen herrscht während und unmittelbar nach der Regenzeit ungefähr von Oktober bis Mai ein hohes Malariarisiko. Während der Trockenzeit von Juni bis September besteht ein mittleres Risiko.

In den westlichen Gebieten der Regionen Limpopo und Mpumalanga sowie im Nordosten des Gebietes KwaZulu-Natal besteht ganzjährig ein geringes Malariarisiko. Der restliche und damit stark überwiegende Teil des Landes gilt als malariafrei. Dazu zählt vor allem das bei Touristen beliebte Kapstadt sowie die Garden Route.

Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e.V. stellt eine übersichtliche Malaria-Risikogebiets-Karte für das südliche Afrika bereit.

So kannst du dich bestmöglich vor Malaria schützen

Einen Impfschutz gegen Malaria gibt es leider nicht. Um dich dennoch so gut wie möglich vor einer Infektion zu schützen, gibt es sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentösen Vorbeugemaßnahmen. Da die übertragende Anophelesmücke nachtaktiv ist, gilt es in Risikogebieten ab Sonnenuntergang unbedingt auf folgende nicht-medikamentöse Maßnahmen zu achten:

  1. Trage bei Game-Drives oder Aufenthalten im Freien unbedingt lange Hosen, lange Oberteile und Socken. Für einen bestmöglichen Schutz wird imprägnierte Kleidung empfohlen.
  2. Sprühe dich bei Sonnenuntergang, vor dem Schlafengehen und für die morgendliche Pirschfahrt mit Insektenschutz ein.
  3. Halte dich in klimatisierten und mit Mückengitter ausgestatteten Räumen auf.
  4. Schlafe auf jeden Fall unter einem Moskitonetz.

Neben diesen Maßnahmen gibt es auch eine medikamentöse Prophylaxe. Zwar erhöht diese die Sicherheit erheblich, 100-prozentigen Schutz bietet aber auch sie nicht. Es stehen verschiedene Medikamente zur Wahl, denen oftmals unterschiedliche Nebenwirkungen nachgesagt werden. Wir nehmen bei unseren Reisen in Malariagebiete immer Malarone und haben noch nie mit Nebenwirkungen zu kämpfen gehabt.

Als Alternative zu einer medikamentösen Vorbeugemaßnahme besteht auch die Möglichkeit, ein Stand-by-Medikament mitzunehmen. Treten während der Reise dann Symptome auf und eine adäquate ärztliche Hilfe ist kurzfristig nicht erreichbar, kann dieses Medikament vorbeugend eingenommen werden. Dennoch muss dann umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Welches Medikament für dich infrage kommt, solltest du frühzeitig mit deinem Hausarzt oder einem Tropenmediziner besprechen. Unsere erste Anlaufstelle bei solchen Fragestellungen ist immer ein Tropenmediziner, da diese die Lage vor Ort besser beurteilen können.

HIV/Aids

Infektionen mit dem HI-Virus sind ein sehr großes Gesundheitsproblem in Südafrika. Das Land weist weltweit die höchste Anzahl an HI-Virus-Infektionen auf. Ein Drittel aller Infektionen auf dem afrikanischen Kontinent treten in Südafrika auf. Gemäß einer Studie aus 2023 sind 12,7 Prozent der südafrikanischen Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert. Bei einer Bevölkerung von rund 60 Millionen Menschen bedeutet dies, dass über 7,5 Millionen von ihnen mit dem HI-Virus infiziert sind. Jährlich sterben rund 85.000 Südafrikaner an den Folgen einer Aids-Erkrankung. Ein hohes Übertragungsrisiko besteht bei ungeschützten sexuellen Kontakten und bei Drogenkonsum mit unsauberen Spritzen oder Kanülen.

Empfehlungen für die Reiseapotheke

Für einen Trip nach Südafrika gibt es mit zwei Ausnahmen keine besonderen Anforderungen an die Reiseapotheke. Nimm also die Medikamente mit, die du auch auf anderen Reisen mitnimmst. Wir raten zu einem Schmerzmittel, Medikamenten gegen Durchfall, Erbrechen und Übelkeit sowie Wunddesinfektionsspray und Pflaster. Außerdem natürlich Medikamente, die du regelmäßig einnehmen musst.

Besonders wichtig sind aber die beiden Besonderheiten: Reist du in ein Malaria-Risikogebiet, musst du dich erstens frühzeitig um die medikamentöse Prophylaxe oder das Stand-by-Präparat kümmern. Zweitens solltest du dann außerdem unbedingt ein gutes Insektenschutzspray mitnehmen oder dieses direkt nach der Ankunft vor Ort kaufen.

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